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Die DDR-Bibliothek.
Die Chronik einer Woche im Oktober 1980: Der Redakteur Kilian, 30 Jahre alt und Angestellter eines Presseunternehmens, glaubt, die täglichen Nachrichten auf seinem Schreibtisch, die eine Selbstzerstörung der Menschen als denkbar erscheinen lassen, eines Tages nicht mehr ertragen zu können. Statt das Kaffeewasser aufzusetzen, dreht er den Gashahn auf. Doch so sorgfältig er die Sache inszeniert, sie scheitert an einem puren Zufall. Jurek Becker erzählt diese bitter-böse Geschichte mit jenem Witz über dem Abgrund, den er schon immer sicher zu handhaben wußte und aus dem nicht nur Betroffenheit spricht. Ein Buch leiser Zuversicht jenseits purer Verzweiflung, der man angesichts administrierter Lebensplanung hätte verfallen können.
Jurek Becker (1937-1996), Romanautor und Erzähler, wurde mit seinem ersten Roman Jakob der Lügner (1970) schlagartig berühmt. Schon mit diesem Erstlingswerk waren alle seine erzählerischen Tugenden offenbar: nämlich an Komik strotzende Bücher über Themen zu schreiben, deren grauenhafte Realität jegliche Komik eigentlich verbot.
