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Die DDR-Bibliothek.
Dieses Buch hat eine erstaunliche Geschichte. Geschrieben in den Trümmerjahren 1947/48 kommt das vollständige Manuskript erst 1983 zur Veröffentlichung. Das hatte sicher mit den quälenden Fragen zu tun, die Becher sich in seiner Zeit stellte, und deren Beantwortung nicht über kurz oder lang zu erzwingen war. Schließlich wurden Grundfragen menschlicher Existenz berührt.
In diesen hundert kurzen Prosastücken will der Dichter die Verzagten und Entmutigten, die Gleichgültigen und Verschreckten wieder aufrichten und aufrütteln. Seine gleichnishaften Betrachtungen erinnern in ihrer Tiefe an Blaise Pascals Pensées. Obwohl bereits historisches Dokument, ein in seiner Aktualität beklemmendes und in seiner sozialen Verantwortung mitreißendes Buch.
Johannes R. Becher (1891 - 1958) war einer der Wortführer des literarischen Expressionismus. 1933 emigrierte er in die Sowjetunion, gehörte 1945 zu den Gründern des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands und war später Kulturminister der DDR.
