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Osang ist kein Sensationsreporter, aber seine Reportage und Porträts sind oft sensationell gut. Wer keine Berliner Zeitung oder den Spiegel liest, hätte zumindest diesbezüglich ein Stück herausragenden Journalismus verpasst. Der in Ost-Berlin aufgewachsene Journalist wurde zu Recht mit vielen Preisen geehrt Und hat sich seinen bildhaften bis humorigen, erhellenden wie pointierten Reportagen ein großes Publikum erobert. Mit seinem neuen Band schließt der heutige Spiegel-Autor, der einst an der Leipziger Karl-Marx-Universität Journalistik studierte, dort brillant an. Er porträtiert den Schauspieler Ulrich Mühe, der nie seiner ostdeutschen Vergangenheit entfliehen konnte, die Bundeskanzlerin und Jürgen Klinsmann, Millionäre an Potsdam schönen Seen, einen Hollywood-Reporter, der sich nicht nur Interviews mit Filmstars ausdachte, einen Pforzheimer Zuhälter, deutsche Rentner in Thailand oder den Musiker Cat Stevens. Osang bewahrt sich – darin liegt ein erheblicher Gewinn - dabei auch einer spezifisch ostdeutschen Sicht auf Menschen und Situationen, ohne damit zu kokettieren oder gar pomadig zu wirken. Osangs Arbeiten sind Lebens- und Genussmittel zugleich.
