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2 Filme, Gundermann Die Dokumentationen

Gundi Gundermann (1981) + Ende der Eisenzeit (1999)

Richard Engel

Medium: DVD

Erschienen: 2016

Bestellnr.: 00739

Gundermann die Dokumentarfilme auf DVD
Gundi Gundermann, 74 min
Gundermann-Ende der Eisenzeit, 98 min

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Artikelbeschreibung

Die zwei Dokumentarfilme
„Gundi Gundermann“ (1981) und „Ende der Eisenzeit“ (1999) von Richard Engel stehen erstmals in und auf einer DVD zur Verfügung. Die Reaktionen in den Redaktionen der TV-Sender waren durch alle Zeiten fast einheitlich zu nennen: „Toller Film, aber der falsche Mann!“
– Das wussten wir und wissen Sie besser, mindestens anders!

Ereignis Gundermann

Beide Gundermann-Filme zusammen zu bringen verdanken wir einem Filmclub aus Görlitz mit dem schönen Namen Von der Rolle. Sie baten uns ihnen einen
Gundermann-Film zur Verfügung zu stellen. Wir schickten eine DVD mit beiden Filmen und baten, dass sie sich einen Film davon aussuchen sollten. Sie
antworteten, nach Ansicht der Filme, sie wollten beide zeigen. Gerade beide Filme bieten einen tiefen Einblick in die beiden Gesellschaften: DDR und BRD,
die Gundi zu Fuß, per Fahrrad, Motorrad, Skoda Octavia, Bagger, Raumschiff – schweigend, singend, schreibend, schuftend durchkreuzte, durchschschaute,
durcheinanderbrachte. Nach der Ansicht beider Filme redeten, fragten, beschrieben unsere meist jungen Gastgeber, dass sie Von der Rolle sind. Durch Gundi natürlich, durch seine Lieder, durch seine poetisch-politischen Zwischentexte, durch seine Vorahnungen, seine Fähigkeit, die übliche Trennung von Arbeit und Kunst aufzuheben und durch seine Lebensart, durch seine eigene Verbindung von Komik mit Tragik, Provinzialität mit unendlichen Sience-Fiction Welten ganz selbstverständlich zu vermischen. Durch sein Schicksal, mit 43 Jahren zu sterben und seine zapplige Lebendigkeit.
Wenn auch Fernsehen, Rundfunk und viele Zeitungen versuchen, Gundermann durch Vergessen zu entsorgen. So bewirkt doch dieses gewollte, tödliche Schweigen oft auch das Gegenteil, befanden es jedenfalls die Von der Rolle.

In den Konzerten mit seiner Seilschaft, in den 90er Jahren, hatte Gundi einen „feierlichen“ Programmpunkt eingebaut, der darin bestand, vergessene Gegenstände,
wie Arbeitshandschuhe, den zu klein gewordenen Badeanzug seiner Tochter, alte Funktelefone vom Bagger, zu verschenken, mit musikalischer Begleitung und mit großer Geste ins Publikum geworfen. Es war einer der Erfindungen von Gundi: Der finanzdominierten Gesellschaft eine andere Lebensweise, Eine andere Wertegemeinschaft, eine andere Art zu feiern entgegenzusetzen.

Das Publikum, das die Arbeitshandschuhe auffing, spürte, dass sie da etwas „Unbezahlbares“ zugeworfen bekamen, das einer anderen Lebensmöglichkeit entstammt. „Ich möchte gern so etwas sein, wie eine Tankstelle für Verlierer“, sagte Gundi in einem seiner vielen Programme. „Glücklich wäre ich, wenn die Leute sagen würden, sie brauchen zum leben Brot, Wasser und Lieder von Gundermann. Lieder als Lebensmittel, das wäre schon mehr, als man verlangen
kann. Nun ist Verlierer ja immer so was Negatives, also will man eigentlich nicht Verlierer sein. Wer Verlierer ist, will immer Gewinner sein, wer unten ist, will immer oben sein, wer im Osten ist, will lieber im … Und nun habe ich überlegt, eigentlich ist Verlierer gar nicht so schlecht. Verlierer ist doch, wenn man mehr gibt, als man nimmt, was gibt’s für ‘ne bessere Definition …“

Bei dem, was möglich ist oder nicht möglich ist, verstehen die jeweils Herrschenden keinen Spaß. So kam es, dass wir nach Fertigstellung des ersten Films:
Gundi Gundermann, 1981, mit den Chefs des DDR-Fernsehens zwei Jahre kämpfen mussten, bis sie schließlich die 70 Änderungsauflagen auf drei reduzierten, mit der Begründung: „Ein guter Film, aber der falsche Mann!“, wurde er schließlich Ende Januar 1983, im Spätprogramm versteckt, gesendet. Aber er war in der Welt! Nicht viel anders erging es uns mit dem zweiten Gundermann-Film: Ende der Eisenzeit. Bei der Rohschnittansicht 1998 fanden die Vertreter des RBB-Fernsehens:
„Ein interessanter Film, aber der falsche Mann!“. Überhaupt sollten wir nicht die Arbeitswelt von Gundermann so ausführlich dokumentieren: Den Verlust seines Baggers, die Umschulung, mit ihren existentiellen Schwierigkeiten. Wir sollten uns auf ein Künstlerportrait konzentrieren. Aber diese Art „Nur- Künstler“ war Gundi nie. Auf unseren Hinweis, der Verlust des Baggers sei für uns der Anlass für den zweiten Gundermann-Film gewesen, wurde uns erwidert,
Arbeitslosigkeit sein ein Normalfall in Hoyerswerda. Schließlich kam es zum Abbruch der Zusammenarbeit mit dem RBB. Der Buschfunk-Musikverlag übernahm die Endfertigungskosten, so konnte Anfang 1999 in der Berliner Volksbühne die Premiere unseres zweiten Gundermann-Films Ende der Eisenzeit stattfinden. Die Volksbühne war voll.

Fernsehen, Rundfunk und Presse wurden vor dem Virus Gundermann geschützt. Aber trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass er sich wunderlicherweise verbreitet. Gundi hätte am 19. Februar 2015 seinen 60. Geburtstag gefeiert.
Aus diesem Anlass gab es über 40 Veranstaltungen. Besonders berührend war z.B. das Auftreten des Bürgerchors Hoyerswerda und der Schauspielschule Leipzig mit ihrem eigenwilligen Gundi-Liedprogramm. Oder eine Aufführung über Gundis Leben mit Schülern aus Seefeld in Ostfriesland. Oder die „Erleuchtung“
Heiner Kondschaks im Stau auf der Autobahn, Gundi zu entdecken. Dieser Zufall, führte zur Gründung der Randgruppencombo: Seit 12 Jahren über 200 Konzerte u.a. in Tübingen, Leipzig, Berlin, Rostock. Rückblickend können wir feststellen: Gundi war und ist auch für unser Leben solch ein „unmögliches“ Ereignis aus
der Lausitz, wo die Wunderlichkeiten offenbar noch ihre Heimat haben: Also der richtige Mann!
Engel über dem Revier: Viele Schutzengel mussten „woanders hin“, in ein anderes Revier. Möglicherweise ist Gundi ihnen gefolgt. Von diesem Gewinn und Verlust haben wir versucht, in unseren beiden Filmen zu erzählen. Wir freuen uns, dass es die DVD beider Filme, nach 16 Jahren Kampf und Geduld, endlich
gibt. Wir sind auch ein bißchen stolz auf unseren „Riecher“ für das Ereignis Gundermann, damals 1981, als wir Freunde wurden.

Petra Kelling u. Richard Engel

Mitwirkende Gerhard Gundermann, Seilschaft, Silly, Klaus Koch,
Regisseur Richard Engel

Titelliste

  1. FSK: ab 0 Jahren
  2. Spielzeit: ca.172 min, Bildformat: 4:3, Tonformat: AC3

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