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"Ich und Du- Verhältnisse" war das explizite, ständig betonte Motto ihrer letzten Studioalben.
Die Band wollte damit im Westen (gut) ankommen. Nun besinnen sich die Altrocker auf ihre ostdeutschen Herkunft und das hier vorherrschende Lebensgefühl. Man wird sehen müssen, ob dies eine eher modische Attitüde ist.
Es bleibt festzuhalten: nach "Casablanca", ein Album, welches wohl zu den fünf besten Alben der DDR-Rockgeschichte gehört, ist "Silberstreif am Horizont" ein auch wieder gesellschaftspoltisches Album. Da wird kaum ein Reiz- oder Ost-West- Thema ausgelassen: "Wir haben's schon mal gekonnt... Wir können's auch wieder... Wenn's irgendwann dicke kommt" droht CITY regelrecht im Lied "Schwestern und Brüdern" oder: "Wir gingen mit Freude... Auf Eure Seite... Ihr machtet den Deal.... Wir machten Pleite".
Manches ist das eher gewollt und manches durchaus gekonnt. Höhepunkt des Album unbestritten der Song für Tamara (Danz). Schade hier, daß der Schluß überzogen sentimental daher kommt.
Musikalisch beschreibt CITY seine Tonlage als "zartbitter". Ein richtige Rockband wie beispielsweise
"Pankow" war und ist die Band nie gewesen (obwohl als "City- Rock- Band" getauft).
Es ist solides handwerkliches Können. Etwas mehr musikalische Sprengkraft, ein paar mehr melodische Einfälle und etwas weniger Dominanz von Joro Gogows Geige hätten der Sache gut zu Gesicht gestanden.
Allein Krahls unnachahmliche Krächzstimme reißt alles wieder raus.
Titelliste
- silberstreif am horizont
- weil die erde eine kugel ist
- in zeiten wie diesen
- meine gegend
- wer weiss
- tamara
- lebenslang
- schwestern und brüder
- weihnachtsstern
- bummiland
- wenn wir schlafen
- sieben tage lang
